Modelleisenbahnen: Die Welt en miniature

Titelbild 1901834_641398262595582_751686342800367710_nWenn von Modelleisenbahnen als Hobby zu schreiben ist, geht es um Erwachsene. Für Kinder ist das „Spielzeug“, das ist im Wesentlichen etwas anderes. Es gibt Schnittmengen, die man allerdings nicht überschätzen sollte. Sich jetzt über das „Kind im Manne“ auszulassen, geht ebenfalls am Kern vorbei. Was da häufig auf die Platten gezaubert und bis ins Detail liebevoll aufgebaut und gepflegt wird, ist eine hoch anspruchsvolle und nicht zuletzt nicht ganz billige Leidenschaft. Allerdings scheint das eine unbestrittene Männerdomäne zu sein, und damit auch eine der idealen Ansatzpunkte im Verhältnis zwischen Vätern und ihren Söhnen.

Wobei genau an dieser Stelle ein Bruch stattzufinden scheint. Einige Aktive der Zunft weisen gerne darauf hin, dass sie ihre Söhne eben nicht mehr für modellierte Eisenbahnanlagen und -landschaften begeistern können. Die junge Generation scheint zu sehr von den virtuellen IT-Welten angezogen zu sein und hat für das Schrauben, Löten und Kleben im Miniaturland keinen rechten Sinn. Das alles könnte aus ihrer Sicht zu analog für unsere Zeit geraten sein.

 

Großbahnhof 10247325_640595242675884_623943634710882251_nHobby oder Leidenschaft?

Was treibt nun erwachsene Männer dazu, Stunden und Tage mit einer Modelleisenbahn in voller Konzentration und Sorgfalt zu verbringen? Wie bei allem, wo echtes Herzblut dabei ist, wird das nie in vollem Umfang zu klären sein. Es hat mit Spielen zu tun, mit Basteln und Bauen und Konstruieren, es hat mit Strom und Effekten zu tun. Aber deswegen des öfteren Sonntag morgens zu einer Messe zu fahren, dort Stunden mit intensiver Recherche verbringen, sich mit den Hobby-Genossen auf den neuesten Stand zu bringen und diesen Aufwand für das schönste Erlebnis des Quartals zu halten, das kann nur von ganz tief innen kommen.

Wer glaubt, das sei doch nur ein Spiel, sollte einmal versuchen, auf der Anlage eines Passionierten eine Tasse Kaffee abzustellen. Der gestrenge Vortrag, der dann umgehend folgt, enthält ganz andere Themen und Hinweise und hat mit „Spielen“ nur wenig zu tun. Nein, dieser Spaß ist für die Szene eine ernste Sache mit hohem Genussfaktor. Dafür werden die Miniatureisenbahner unter anderem zu Sauberkeits- und Entstaubungsfanatikern mit Pinsel und Tuch und allem anderen, was die kleine Wunderwelt auch äußerlich in Topform hält.

 

Hafenszene 10153917_637856192949789_7407523724158058819_nAuf den Markt ist Verlass

Wie dem auch sei, die Wunder der Marktwirtschaft haben auch hier ein Herz für Menschen, die in ihr Hobby unbedingt investieren wollen. Es grenzt an ein Wunder, was auf diesem Markt alles verfügbar ist. Jeder Interessierte mit Zeit und Geld kann sich äußerst reichhaltig mit allem eindecken, was er für den Auf- und Ausbau kompletter Landschaften benötigt.

Die Modelleisenbahnen mit Lokomotiven, Waggons und Schienen nebst allem, was man für die selbstbestimmte Fahrt an Motoren und Strom benötigt, ist als notweniger Kern des Ganzen natürlich üppig gestapelt in den Regalen. Hier gibt es die komplette Technik mit Loks, Waggons, Schienen und allem anderen in unterschiedlichen Größen und Versionen.

Das Drumherum ist praktisch eine mindestens gleichberechtigte Spielwiese. Hier wird seitens des Angebots der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, welche Landschaft, welche Stadt oder welche Zeit jeweils bis in Einzelheiten nachgebaut werden könnte. In Hülle und Fülle kann man maßstabsgetreu Gebäude, Bäume, Modellautos und vieles andere erwerben. Spielzeugläden, Spezialgeschäfte und Online-Shops halten alles Mögliche und Unmögliche vorrätig oder können es besorgen.

 

Bahnhofsszene 1487439_636458689756206_3249328853755501237_nAlleingänge sind schwer

Aber die gekauften Schätze einfach einzubauen, geht auch nicht immer. Ein Gebäude zum Beispiel, das vom Stil auf frühere Jahrzehnte verweist, sollte angemessen auf „alt“ getrimmt werden. Beim Kauf von Bergen und Hügeln strapaziert man endgültig die Toleranzschwelle der Fachwelt. Das sollte nun wirklich mit Gips oder anderen Mitteln selbst modelliert werden. So richtig versteht man die Herausforderung wohl erst, wenn man das Ambiente im wesentlichen selbst baut.

Man(n) muss sich klar sein: Mit dem Aufbau einer eigenen Modelleisenbahnanlage geht man einen Weg ins Unbekannte. Das wird viel Zeit und Liebe kosten, viel Pflege obendrein, und das wird einen wohl nicht mehr loslassen. Das ist ähnlich fordernd, wie einen Oldtimer zu restaurieren und fit zu halten. Alleine sollte man die Betroffenen damit nicht lassen, dafür ist diese Miniaturwelt einfach zu komplex. Aus der Fülle von Angeboten auch und vor allem aus dem Netz sei Interessenten daher diese Seite mit einschlägigen Links  und auch ihr Youtube-Channel zum Einstieg empfohlen.

 

 

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